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Imkerei Lessnau

Honigernte 2026

Ein gutes Jahr für unsere Bienen

Wenn aus unzähligen Blütenbesuchen ein Glas Honig wird

Die Honigernte ist für mich jedes Jahr aufs Neue ein besonderer Moment. Wochenlang sind unsere Bienen unterwegs, fliegen von Blüte zu Blüte und sammeln Nektar und Honigtau. Wir Imker begleiten die Völker durch diese Zeit, beobachten ihre Entwicklung und versuchen vor allem eines: ihnen die bestmöglichen Bedingungen für ihre Arbeit zu geben.

Und irgendwann ist er da – der Moment, in dem die ersten verdeckelten Honigwaben aus dem Bienenstock genommen werden können und die Honigernte beginnt.

Das Honigjahr 2026

Auch 2026 hat wieder gezeigt, warum Honig ein echtes Naturprodukt ist. Kein Bienenjahr gleicht dem anderen. Temperatur, Niederschlag und Blütezeiten bestimmen, welche Pflanzen den Bienen Nahrung bieten und wie sich der Honig am Ende in Farbe, Konsistenz und Geschmack entwickelt.

Genau diese Unterschiede machen für mich den Reiz der Imkerei aus. Honig wird nicht nach Rezept hergestellt. Die Natur entscheidet, was am Ende im Glas landet.

Gerade unsere Region und der nahe Odenwald bieten dafür eine wunderbare Vielfalt. Wiesen, Gärten, Obstbäume und ausgedehnte Waldflächen sorgen für ganz unterschiedliche Trachtmöglichkeiten. Auch andere Imkereien im Odenwald beschreiben die regionalen Blütenhonige als mild bis aromatisch und Waldhonige als kräftig und malzig.

Vom Bienenstock ins Glas

Bei der Ernte geht es nicht darum, den Bienen einfach ihren Honig wegzunehmen. Bevor eine Wabe geerntet wird, muss der Honig reif sein. Erst dann werden die ausgewählten Waben entnommen und anschließend entdeckelt.

Danach beginnt wahrscheinlich der schönste Teil der Arbeit: das Schleudern.

Wenn der erste goldene Honig aus der Schleuder läuft, ist das jedes Mal wieder faszinierend. Nach all den Stunden an den Bienenvölkern hält man plötzlich das Ergebnis eines ganzen Bienenjahres in den Händen.

Der frisch geschleuderte Honig wird gesiebt und anschließend sorgfältig weiterverarbeitet. Einen Teil lassen wir in seiner natürlichen Konsistenz, andere Honige werden über einen längeren Zeitraum behutsam gerührt. Dadurch entsteht beispielsweise unser besonders feincremiger und streichzarter Honig.

Dabei versuchen wir, so wenig wie möglich und so viel wie nötig einzugreifen. Denn am Ende soll unser Honig vor allem eines bleiben: Honig.

Waldhonig aus dem Odenwald

Eine besondere Rolle spielt für uns der Odenwald. Waldhonig unterscheidet sich deutlich von einem klassischen Blütenhonig. Statt ausschließlich Blütennektar sammeln die Bienen für Honigtauhonig zu einem wesentlichen Teil Honigtau von Bäumen.

Das sorgt für seine charakteristisch dunklere Farbe und seinen kräftigen, würzigen bis malzigen Geschmack. Gerade deshalb gehört Waldhonig für viele Honigliebhaber zu den besonderen Sorten. Odenwälder Imkereien bieten neben klassischen Blütenhonigen ebenfalls Wald- und Waldblütenhonige an – die Region bringt also sehr unterschiedliche Honigcharaktere hervor.

Und trotzdem gilt auch hier: Nicht jedes Jahr ist gleich. Ob und wie viel Waldhonig geerntet werden kann, entscheidet letztlich die Natur.

Hinter jedem Glas steckt ein Bienenvolk

Wer ein Glas Honig in der Hand hält, sieht zunächst ein Lebensmittel. Für mich steckt darin aber sehr viel mehr.

Man erinnert sich an die ersten Kontrollen im Frühjahr, an starke und schwächere Völker, an volle Honigräume, an unzählige Bienen auf den Waben – und natürlich auch an die Tage, an denen eben nicht alles nach Plan läuft.

Imkern bedeutet beobachten, lernen und sich immer wieder nach den Bienen zu richten. Sie geben den Rhythmus vor, nicht der Kalender.

Vielleicht ist genau das der Grund, warum mich die Imkerei so begeistert.

Ein Stück unserer Region im Glas

Unser Blütenhonig ist mild und aromatisch, der Waldhonig aus dem Odenwald deutlich kräftiger, unser cremiger Honig besonders fein und streichzart – und mit unserem Honig mit Holunderblüte kommt noch eine sommerlich-fruchtige Variante hinzu.

Jedes Glas ist ein kleines Stück der Landschaft, in der unsere Bienen unterwegs waren.

Deshalb darf unser Honig von Jahr zu Jahr auch ein wenig anders aussehen und schmecken. Wir möchten kein vollkommen standardisiertes Produkt herstellen. Wir möchten bewahren, was die Bienen und die Natur uns in diesem Jahr gegeben haben.

Das ist für mich echter Honig.

Darius Lessnau
Imkerei Lessnau

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